Legionellen

Info –
Legionellenuntersuchung gem. TrinkwV 2001 (2011),
Zweite Novellierung (05.12.2012)

Zertifikat

Wer muss gem. TrinkwV 2011 untersuchen?

Alle Wasserversorgungsanlage nach § 3 Nr. 2 Buchstabe e (Trinkwasser-Installationen)
– in denen Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird und
– die eine Großanlagen zur Trinkwasser-Erwärmung enthalten und
– die Duschen oder andere Einrichtungen enthalten, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers
kommt (§ 14 Abs. 3 TrinkwV)
Dies sind z.B. Mietshäuser, Hotels, Ferienwohnungen, Fitnessstudios, Sportheime.
Anlagen ohne Duschen oder andere aerosolbildende Einheiten unterliegen nicht der generellen Untersuchungspflicht.
Hierzu zählen Bürogebäude oder Kaufhäuser, in denen ausschließlich Toiletten und Waschräume versorgt werden.
In welchen Abständen muss die Immobilie auf Legionellen untersucht werden? (Untersuchungsintervall)

öffentlich: einmal pro Jahr
gewerblich: alle 3 Jahre (Erstuntersuchung bis spätestens Ende 2013)
Gibt es Anzeigepflichten bei Trinkwasser-Installationen in Gebäuden gegenüber dem Gesundheitsamt?

Der Bestand einer Großanlage muss nicht angezeigt werden.
Für Wasserversorger, die das Wasser für öffentliche Zwecke zur Verfügung stellen, gilt jedoch eine Anzeigepflicht
gem. Abs. § 13 Abs 1: Die erstmalige Inbetriebnahme und Wiederinbetriebnahme sowie bauliche
oder betriebstechnische Veränderung, die wesentliche Auswirkungen auf die Trinkwasserbeschaffenheit
haben kann, Übertrag des Eigentums ist anzuzeigen. (§ 13 Abs. 1 und 2)
Wer darf die Betreiberuntersuchungen auf Legionellen im Rahmen der Trinkwasserverordnung durchführen?

Untersuchungsstellen, die in einer aktuell bekannt gegeben Landesliste nach § 15 Absatz 4 Satz 2 gelistet
sind. Ist das Unternehmen in einem Bundesland gelistet, so kann es bundesweit Untersuchungen im Rahmen
der Trinkwasserverordnung durchführen. (§ 15 Abs. 4)
Unsere n. TrinkwV geschulten Mitarbeiter sind als Probenehmer für ein zugelassenes Trinkwasserlabor, welches die Analysen durchführt, gelistet

 

Gibt es eine Meldepflicht der Untersuchungsergebnisse an das Gesundheitsamt?
Untersuchungsergebnisse sind bei Überschreitung des Maßnahmenwertes (>100 KBE/100ml) an das Gesundheitsamt
zu übersenden. Die dokumentierten Untersuchungsergebnisse (Originale) sind vom Zeitpunkt der Untersuchung an mindestens zehn Jahre lang aufzubewahren. (§15 Abs. 3 TrinkwV)
Gibt es eine Informationspflicht an den Endverbraucher?
Die Unternehmer nach Buchstabe e haben den betroffenen Verbrauchern mindestens jährlich geeignetes
und aktuelles Informationsmaterial über die Qualität des bereitgestellten Trinkwassers auf der Grundlage der
Untersuchungsergebnisse nach § 14 und gegebenenfalls nach § 19 Absatz 7 zu übermitteln.
Dazu gehören auch Angaben über die Aufbereitungsstoffe, die bei der Aufbereitung und Verteilung verwendet
werden, sowie Angaben, die für die Auswahl geeigneter Materialien für die Trinkwasser-Installation nach
den allgemein anerkannten Regeln der Technik erforderlich sind.
Was ist zu tun bei Überschreitung des Maßnahmenwertes?
Die besonderen Anzeige- und Handlungspflichten sind in § 16 der TrinkwV geregelt:
Abs. 1 TrinkwV: Die Überschreitung des Maßnahmenwertes ist dem Gesundheitsamt zu melden
Abs. 7 TrinkwV: Wird dem Unternehmer oder dem sonstigen Inhaber einer Wasserversorgungsanlage nach § 3 Nummer 2 Buchstabe d oder Buchstabe e bekannt, dass der in Anlage 3 Teil II festgelegte technische Maßnahmenwert
überschritten wird, hat er unverzüglich
1. Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen durchzuführen oder durchführen zu lassen; diese
Untersuchungen müssen eine Ortsbesichtigung sowie eine Prüfung der Einhaltung der allgemein anerkannten
Regeln der Technik einschließen,
2. eine Gefährdungsanalyse zu erstellen oder erstellen zu lassen und
3. die Maßnahmen durchzuführen oder durchführen zu lassen, die nach den allgemein anerkannten Regeln
der Technik zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher erforderlich sind.
Der Unternehmer und der sonstige Inhaber teilen dem Gesundheitsamt unverzüglich die von ihnen ergriffenen
Maßnahmen mit. Zu den Maßnahmen nach Satz 1 haben der Unternehmer und der sonstige Inhaber
Aufzeichnungen zu führen oder führen zu lassen. Die Aufzeichnungen haben sie nach dem Abschluss der
erforderlichen Maßnahmen nach Satz 1 Nummer 3 zehn Jahre lang verfügbar zu halten und dem Gesundheitsamt
auf Anforderung vorzulegen.
Bei der Durchführung von Maßnahmen nach Satz 1 Nummer 2 und 3 haben der Unternehmer und der sonstige
Inhaber die Empfehlungen des Umweltbundesamtes zu beachten. Über das Ergebnis der Gefährdungsanalyse
und sich möglicherweise daraus ergebende Einschränkungen der Verwendung des Trinkwassers
haben der Unternehmer und der sonstige Inhaber der Wasserversorgungsanlage unverzüglich die betroffenen
Verbraucher zu informieren.
Fallen weitere Untersuchungen für Wasserversorgungsanlagen gem. §3 Nr. 2 Buchstabe e an?
Für Wasserversorgungsanlagen gem. §3 Nr. 2 Buchstabe e (ständige Wasserverteilung) kann das Gesundheitsamt
die Untersuchung von weitere Parametern anordnen, wenn das Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen
Tätigkeit bereitgestellt wird. (z.B. Kindergärten, Schulen) (§ 19 Abs. 7 TrinkwV)

 

Begriffsbestimmungen
Wasserversorgungsanlage nach § 3 Nr. 2 Buchstabe e
Anlagen der Trinkwasser-Installation, aus denen Trinkwasser aus zentralen oder dezentralen Wasserwerken
(Wasserversorgungsanlage gem. Buchstabe a oder Buchstabe b) an Verbraucher abgegeben wird (ständige
Wasserverteilung) (§ 3 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe e TrinkwV)
gewerbliche Tätigkeit
Unter gewerblicher Tätigkeit versteht die Trinkwasserverordnung, wenn das gezielte Zurverfügungstellen von Trinkwasser
unmittelbar (Trinken oder Waschen) oder mittelbar (Zubereitung von Speisen) durch ein Entgelt (z.B. Miete) abgegolten
wird. (z. B. Mietshäuser) (§ 3 Abs. 1 Nr. 10 TrinkwV)
öffentliche Tätigkeit
Unter öffentlicher Tätigkeit versteht die Trinkwasserverordnung die Abgabe an einen unbestimmten, wechselnden und
nicht durch persönliche Beziehungen verbundenen Personenkreis (z.B. Kindergärten, Schulen, Justizvollzugsanstalten).
(§ 3 Abs. 1 Nr. 11 TrinkwV)